Lautloser Rechner / Silence PC
Als Silent PC bezeichnet man einen Personal Computer, dessen Geräuschpegel durch spezielle Maßnahmen verringert wurde.
Aktuelle PCs mit High-End-Hardware entwickeln im Betrieb sehr viel Wärme. Während die ersten PCs nur eine elektrische Leistungsaufnahme von wenigen Watt hatten und keine besondere Kühlung benötigten, führte die Jagd der Hersteller und Konsumenten nach immer höheren Leistungen zu niedrigsten Preisen dazu, dass sich die elektrisch Leistungsaufnahme und damit die Wärmeabgebe von PCs inzwischen vervielfachte. Dass gleiche Leistung auch mit wesentlich geringerem Energieaufwand möglich ist, zeigt z. B. die Notebook-Technik.
Für die Abfuhr der Wärmemengen werden gewöhnlich kleine Lüfter eingesetzt, die durch ihre hohe Drehzahl erheblichen Lärm verursachen. Durch sinnvolle Modifizierung und richtige Wahl beim Komponentenkauf kann dieses Problem verringert oder sogar ganz beseitigt werden. Vollständige Vermeidung von Lüfterlärm versprechen passive Kühlkonzepte, die ganz ohne Lüfter auskommen.
Vor allem folgende Komponenten sind betroffen:
1. Netzteil
Die Lüfter der Standardnetzteile (üblicherweise 2) sind meistens sehr laut, da sie in jeder Betriebsphase mit voller Umdrehungszahl laufen. Hier kann durch ein temperaturgeregeltes Netzteil der Geräuschpegel sehr stark reduziert werden. Darüberhinaus gibt es so genannte Silent-Netzteile, die meistens mit einem 120 mm oder 140 mm Lüfter ausgetattet sind und durch die grössere Luftvolumenförderung langsamer drehen können. Allerdings sind diese Netzteile meistens deutlich teurer. Da vom Netzteil-Hersteller meistens recht billige Lüfter verbaut werden, kann man die Netzteil-Lüfter auch gegen ein leiseres (kugelgelagertes) Modell wechseln. Der Umbau sollte jedoch ausschliesslich von einer Fachfirma vorgenommen werden, da Lebensgefahr besteht. Auch ist es möglich, ein Netzteil passiv zu kühlen, jedoch sind diese meistens nicht so leistungsfähig und exorbitant teuer
2. Der Prozessorlüfter
Gerade hier sollte beachtet werden, dass ein Lüfter mit einer sehr guten Wärmeabfuhr (z. B. mit Kupferkern) verwendet wird. Beim CPU-Kauf werden meistens die Lüfter mitgeliefert, diese sind jedoch nicht regelbar, sondern laufen im Normalbetrieb mit konstanten 12 Volt. Diverse Hersteller bieten regelbare Lüfter an, die einen Betrieb mit 12 V und mit 7 V ermöglichen. Der Geräuschpegel sinkt beim Sprung von 12 V auf 7 V um ca. 30% bei beinahe gleicher Kühlleistung. Auch ein passive Kühlung oder Wasserkühlung ist möglich, allerdings mit deutlich höherem Preis.
3. Kühlung
Hier sollte bereits beim Kauf auf eine gute und leise Kühlung geachtet werden, denn bei einem modifizierten Grafikkarten-Kühler verfallen sofort jegliche Garantieansprüche. Hier gilt ähnliches wie für den Prozessor, dass eine laute Kühlung nicht auch gute Kühlleistung bedeutet. Mittlerweile sind einige sehr gute und leise Grafikkartenkühler im Handel (z. B. Arctic Cooling), es besteht aber auch hier die Möglichkeit zur Passivkühlung. Jedoch liegen Grafikkarten mit passiver Kühlung preislich deutlich höher. Als Beispiel seien hier Radeon GPU basierte Grafikkarten von der Firma Sapphire erwähnt, die es auch als sog. Ultimate Edition mit passiven Zahlmann Kühlkörper gibt. Der Preis für ein solches Modell liegt ca. € 30,- über dem einer aktiv ventilierten Version.
4. Festplatten-Entkoppler
Hat man nun die obigen Maßnahmen unternommen, so wird man merken, dass die Festplatten ihre Vibrationen an das Gehäuse übertragen. Dafür gibt es teure Käfige, in denen durch Gummis die Festplatten nicht nur vom Gehäuse getrennt werden, sondern in denen die Festplatten zusätzlich passiv gekühlt werden. Allerdings müssen solche Käfige in den 5,25"-Schacht des Computergehäuses eingebaut werden. Die Entkopplung ist durchaus sinnvoll, da die Festplatten keinen direkten Kontakt mehr zum Gehäuse haben und ihre Schwingungsenergie kaum weitergeben. Dabei ist es wirkungsvoller, wenn die Gummidämpfer nicht direkt (z. B. bei silentmaxx), sondern über Winkelbleche (z. B. Cooltek) verschraubt werden. Eine recht günstige Lösung sind herkömmliche Einmachgummis, mit denen sich eine Entkopplung für unter 50 Cent pro Festplatte bewirken lässt.
5. Northbridge Kühler
Immer wieder statten Mainboardhersteller die Northbridge mit einem aktiven Kühler aus. Zum Teil um besonders Overclocker anzusprechen, aber auch auf Grund der hohen Wärmeverlustleistung aktueller Chips wie z. B. dem Nforce 4 oder VIA K8T890.
Bedingt durch den meistens gering bemessenen Platz auf der Hauptplatine, werden hier häufig sehr schnell drehende 40 mm Lüfter verbaut. Der Tausch dieser Lüfter hat in der Regel den sofortigen Verlust der Garantie zur Folge. Die Verwendung üblicher passiver Northbridgekühler ist besonders bei den neuen Chipsätzen sehr gefährlich, da sich diese dann schnell überhitzen, was einen Totalausfall des Mainboards nach sich zieht. Eine Ausnahme sind Passivkühler mit Heatpipes, die die Abwärme zu einem größeren Lüfter (z. B. bei einigen Mainboards von Asus) oder einem überdimensionierten Passivkühlelement abführen.
6. Komplett Silent PCs
Des weiteren können Schalldämmmatten verwendet werden. Diese haben den Vorteil, die hohen Geräusche aus dem Inneren des PCs herauszufiltern. Allerdings sollte man auch hierbei Vorsicht walten lassen, denn die Temperatur im Inneren steigt durch diese Anwendung wiederum um 2-3 °C an. Der Preis der Matten ist recht hoch zum Nutzen. Es gibt auch fertiggedämmte Tower zu kaufen, z. B. von Chieftec oder Silentmaxx
Wer einen Silent PC aufbauen oder kaufen möchte und dabei nicht auf HighEnd Leistung verzichten will, sollte sich dabei vorallem um eine Wasserkühlung gedanken machen da diese einen sehr niedrigen Geräuschpegel erzeugen und wenn Passiv gekühlt gar keine Geräusche entwickeln. (siehe Wasserkühlung)