Modding
Modding kommt vom engl. Verb "to modify" (zu Deutsch: modifizieren / ändern).
Ein "Mod" ist ein Objekt / Gegenstand, das / der modifiziert worden ist, also vom Erstzustand betrachtet, verändert wurde. Derjenige, der diesen Gegenstand modifiziert hat, wird als "Modder" bezeichnet. Die Tätigkeit "Modding" bedeutet also dass eine Person A einen Gegenstand X vom Urzustand in einen individuell veränderten, verbesserten Zustand befördert. Modden kann man so ziemlich alles. Die "Ich will anders sein als andere" - Welle ist aber meiner Meinung nach von der Auto - Tuning Gemeinde zu uns PC Enthusiasten herüber geschwappt.
Genauso wie man Toastern eine Wasserkühlung verpassen kann, so lassen sich auch Autos, TV - Receiver und vieles mehr modden! Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.
Ob es wirklich sinnvoll ist, einen Toaster mit Wasser zu kühlen, dazu unten mehr. Doch jeder interpretiert Modding anders - genauso das jeweilige Ergebnis.
Denn für den einen ist bereits eine eingebaute Kaltlichtkathode, die den PC schick ausleuchten soll, bereits als ein Mod zu verstehen, wo hingegen jemand anders darunter eine vollkommen andere Vorstellung hat. Modding-Station (und eigentlich alle anderen Modding Seiten) behandelt zum großen Teil den Bereich "Computer Modding". Eine der Grundideen (die mittlerweile kaum noch einhaltbar ist) des Moddings ist es, für einen verhältnismäßig geringen finanziellen Aufwand ein überproportional gutes Ergebnis zu erzielen. Sprich: Wenig Moos, aber "Aha" Effekt.
Ist Modding überhaupt sinnvoll?
Das wird wohl das erste sein, was einem Nicht - Modder bei der Ansicht eines per LED Beleuchtung strahlenden PCs durch den Kopf geht. Auch diese Frage kann man unterschiedlich beantworten. Modding beschäftigt sich zum Teil sehr stark mit optischen Effekten, welche unsere Computer aufwerten und von den grauen Mainstream "Kisten" abheben soll. Diese Dinge, genauso wie das Lackieren der Gehäuse erfüllen auf den ersten Blick keinen Zweck, könnten sich sogar tatsächlich in die Kategorie „sinnlos“ einreihen, doch schnell wird klar, dass sie sehr wohl zu einem Zweck existieren: Der (optischen) Aufwertung des PC und der Herstellung eines an den eigenen Geschmack angepassten Unikates!
Auf der anderen Seite gibt es Mods, die sehr wohl Sinn und Zweck erfüllen: als Beispiel möchte ich hier die Lüftersteuerung, egal in welcher Form & Bauart wählen, die praktisch von Moddern ins Leben gerufen wurde und durch den großen Erfolg mittlerweile bereits kommerziell vertrieben wird. Auch ausgeklügelte Kühlungsmethoden (Advanced Water-cooled) sollen hier aufgeführt werden: Der Grundsatz, Computer in ihrer Lautstärke zu begrenzen und dabei die Kühlung nicht außer Acht zu lassen, ja sogar noch zu verbessern, stammt beispielsweise auch von der Overclocker (Overclocking ? Engl. "übertakten") / Modding Gemeinde.
Ab wann kann ich mich als Modder bezeichnen?
Sobald man durch seine Kreativität und dessen Leistungen von anderen als solcher akzeptiert wird. Natürlich sind die Reaktionen anderer vollkommen unwichtig; schließlich muss man selbst damit zufrieden sein. Man wird aber des Öfteren die Erfahrung machen, dass es sich durchaus auszahlen kann, über Ideen anderer nachzudenken. Meiner Meinung nach reicht es aber nicht aus, sich 10 Fertigteile zu kaufen, brav nach Bedienungsanleitung einzubauen und diese Komposition dann als "Selfmade Mod" zu bezeichnen. "Bought Mod" passt in diesem Zusammenhang eher.
In vielen Foren schürt aus diesem Grundproblem oft eine Streitsituation: "Selfmade Modder" die sozusagen aus Tradition und Begeisterung ihre Tower mit vielen technischen Dingen verschönern, wollen (verständlicherweise) solche nicht mit in ihre Riege aufnehmen, die sich auch als Modder bezeichnen, ihre Ideen von der Änderung des PCs aber praktisch erkauft haben. Der Grund liegt nahe: Modding ist extrem populär. Natürlich war es abzusehen, dass bei Nicht-Moddern der "Das will ich auch haben" Effekt auftritt.
Nur leider ist nicht jeder der so etwas haben will, selbst in der Lage, ähnliches instand zu setzen (was auch kein Problem ist; man kann nicht alles können). Trotzdem wird fleißig kauf gemodded. Schließlich kann man mit Geld alles haben - Nur Kreativität nicht.
Dies heißt aber noch lange nicht, dass Leute die sich ein Thermaltake Xaser III Gehäuse zulegen, sofort verächtet werden müssen (Sie haben eben nur zu viel Geld ).
Denn zugegeben, ein solches Gehäuse ist dank industrieller Technik hochqualitativ hergestellt und verarbeitet. An solche Qualität kann ein "Keller Bastler" ohne teure Zusatzhardware kaum herankommen. Natürlich ist das, was man offiziell fertig kaufen kann dann auch kein Unikat mehr, und somit auch kein Mod (siehe Definition: Veränderung bzw. Modifikation eines Urzustands / Normalen) mehr. Daraus resultiert demnach auch dass derjenige sich nicht als Modder in diesem Sinne bezeichnen kann.
Kosten
In welchem Rahmen beläuft sich der finanzielle Aufwand?
Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Je nach dem was man genau erreichen will, variieren die Kosten von 20€ bis Endlos. Meistens fängt man mit Kleinigkeiten an und wenn die kreative Phase nicht nachlässt, fallen einem immer neue Dinge ein, die man modifizieren kann. Stetig steigen dann auch die Ausgaben.
Meistens kosten individuelle Ideen oder gar ganze Case - Building Projekte aber sehr viel Geld und vor allem auch Zeit. Sie sind entweder schwer in der Herstellung oder so exklusiv, dass es sich für den jeweiligen Hersteller nicht lohnt diese Produkte in die Massenproduktion zu bringen. Gut so, denn ansonsten hat es Zugang zum Mainstream und stellt kein Unikat mehr dar.
Planung und Step-by-Step Building ist das absolute A & O in der Modding Welt. Gerade bei so komplexen Projekten wie der Herstellung eines selbst konzipierten Computer Gehäuses gib es tausende Details, die man bedenken muss, um am Ende auch das zu erreichen was man sich erhofft hat. Doch auch die beste Planung schützt an manchen Passagen praktischer Art nicht vor kurzer Ratlosigkeit. Deswegen ist es, wie schon oben erwähnt, enorm wichtig das "Begehren" von Anfang bis Ende zu erhalten.
Das menschliche Gehirn ist ausgelegt, Lustmoleküle (Dopamine) solange auszuschütten, bis der begehrenswerte Wunsch (Fertigstellung des Mods) erreicht worden ist. Danach ist es weniger interessant (Lego Effekt). Deswegen gilt: Wer sich viel Zeit bei seinem Projekt lässt, alles bis ins kleinste Detail durchdenkt und plant, wird am Ende über das Ergebnis umso mehr positiv überrascht sein.
Wichtig ist auch, nicht 12 Stunden am Stück durch zu modden, sondern jeden Tag mal hier und da die Feile ansetzen und evtl. noch ein elektronisches Mod weiterbearbeiten, aber auf keinem Fall einen neuen Welt Rekord im Schnell Modden aufzustellen. Als Anfänger ist es hilfreich sich viele sog. How Tos (engl. Anleitung / Erklärung) wie möglich anzuschauen. Diese regen sehr gut eigene Ideen an und wecken auch gleichzeitig die Lust sie umzusetzen.
Kaufmod
Als Kaufmod (oder Kaufmodding) bezeichnet man kommerziell vertriebene Rechner oder Rechner-Komponenten, deren Aussehen oder Aufbau von handelsüblichen Arbeitplatzrechnern abweicht.
(Case-)Modding bedeutet in erster Linie, dass der Ur-Zustand eines beliebigen Gegenstandes (in diesem Fall eines Computergehäuses) von seinem ursprünglichen Aussehen her individuell verändert wurde. Deshalb ist das sogenannte Kaufmodding kein Modding im eigentlichen Sinne, da vom Besitzer keinerlei eigene Modifikationen vorgenommen werden. Zudem sind Kaufmods - da sie industriell gefertigt sind - in der Regel keine Unikate, was somit dem Grundgedanken des Moddings, dem Schaffen eines persönlichen Einzelstücks, nicht mehr entspricht.
Kaufmodding-Rechner unterscheiden sich von handelsüblichen Geräten durch die optische Aufwertung mit Hilfe von LED-beleuchteten Lüftern und Netzteilen, gerundeten IDE-Kabeln, eingebauten Sichtfenstern etc. Jedoch gelten nicht nur komplett "gemoddete" Rechner als Kaufmod, sondern auch bestimmte Komponenten, in denen gewisse Konzepte und Lösungen des Casemodding übernommen und industriell umgesetzt werden, wie beispielsweise Wasserkühlungen, Lüftersteuerungen oder anschlussfertige LCDs zum Anzeigen diverser Informationen. Das Aussehen lehnt sich an jenes von individuell modifizierten Rechnern an (Casemodding) und spricht somit die entsprechende Klientel an - zumeist Casemodding-"Fans", die bestimmte Lösungen (sowohl rein optisch wie auch funktionell) für ihren eigenen Computer übernehmen wollen, diese aber aus verschiedenen Gründen (z.B. hoher zeitlicher Aufwand, erforderliches handwerkliches und technisches Geschick) nicht selber basteln wollen oder können wie "echte" Casemodder. Letztlich ist die Verbreitung von Kaufmods - gemessen an der Verbreitung des Computers - sehr gering, was eine gewisse Individualität bei der Anschaffung suggeriert (vergleichbar mit dem Tuning von Autos).
Der Begriff Kaufmod (manchmal auch Fertigmod) ist eine Erfindung der Casemodder als leicht abwertende Bezeichnung für industriell hergestelltes Modding-Zubehör (so betiteln meistens die Hersteller und der Handel Kaufmod-Artikel), da es im wörtlichen Sinne kein Modding ist (s.o.). Obwohl sich das Kaufmodding mit dem Casemodding eigentlich nicht überschneidet oder mit ihm konkurriert (schließlich sind Kaufmods ja "nur" Fanartikel für die Casemodding-Fans), gibt es dennoch eine gewisse Abneigung gegenüber den Kaufmods in der Casemodder-Gemeinschaft (das impliziert schon die Bezeichnung "Kaufmod" selbst), denn zum einen werden in Kaufmods fast ausschließlich Ideen der Casemodder kommerziell umgesetzt, die einst als individuelle persönliche Lösungen galten. Zum anderen wird durch den breiten Zugang der PC-Anwender zu den Kaufmods, verbunden mit der ständigen Assoziation mit dem Casemodding (seitens der Hersteller) das Bild d es Casemodder's als "Selberbauer" in der Öffentlichkeit zum "Kaufmodder" hin verzerrt.
Es gibt jedoch keine klar definierte Grenze zwischen Kaufmodding und Casemodding, vor allem was bestimmte Komponenten angeht (z.B. beleuchtete transparente Plexiglaslüfter), das legt jeder Casemodder individuell aus. Mit der Zeit können sich einstige Kaufmods auch als Standards für Casemodder etablieren. So sind heutzutage die meisten Gehäusehersteller sehr designbewusst und liefern das Ausgangsmaterial für viele Casemodder, wo hingegen ein derartiges Gehäuse noch vor einigen Jahren als Kaufmod verpönt wäre. Ebenso galten die ersten PC-Wasserkühlungen als Kaufmods, heutzutage baut kaum ein Casemodder mehr eine Wasserkühlung selbst. Kaufmods, die letztlich aus den Ideen der Casemodder entstehen, bewirken also auch einen Wandel des Casemoddings, da ein Casemodder immer nach etwas neuem bestrebt ist.