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Mods und Modding von Computerspielen

Im Sektor der PC-Spiele bezeichnet die Mod eine von Hobbyentwicklern oder selten auch beruflichen Spieleentwicklern erstellte Erweiterung eines bereits veröffentlichten Computerspieles, die üblicherweise kostenlos veröffentlicht wird.
Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten von Computerspielmodifikationen und -erweiterungen, die verschiedene Bezeichnungen besitzen:

* Ergänzungssets, "Bonus Packs", Mappacks oder Skins bieten meist nur eine Reihe neuer Spielmodelle, Waffen, Karten, grafischer Oberflächen o.ä., das grundsätzliche Spielprinzip bleibt dabei jedoch unverändert.

* Mutatoren (aus dem Englischen von "Mutators") sind ein- und ausstellbare Programmveränderungen, die kleine und begrenzte Veränderungen am Spiel vornehmen, z.B. das Spieltempo erhöhen, bestimmte Spielzüge verbieten oder bevorzugen etc.

* Bei einer Mod wird eine Vielzahl von Ergänzungen und Veränderungen vorgenommen, die als ganzes ein neues Spielerlebnis erlaubt.

* Von einer so genannten Total Conversion wird gesprochen, wenn das modifizierte Spiel keinerlei Inhalte des Originalspiels übernimmt, das heißt nur noch dessen Plattform (Game-Engine) nutzt. Hier wird auch von einer Standalone-Mod gesprochen.

Die Grenzen zwischen den vier Begriffen sind oft fließend. Viele Spieler bevorzugen es deshalb, allgemein von einer Mod zu sprechen, wenn es sich um eine abgeänderte Version eines Originalspiels handelt, egal wie schwer die vorgenommenen Veränderungen sind.

Die Art, in welcher eine Mod das betreffende Spiel verändert oder ergänzt, wird lediglich durch die Möglichkeiten der betreffenden Game-Engine und die Kreativität der Mod-Entwickler begrenzt, die sich in der Regel aus der Fanszene heraus zusammentun. Aus diesem Grund sind Mods in der Regel private, nicht-kommerzielle Projekte und finanzieren sich lediglich aus dem Budget ihrer Entwickler.

Oft unterstützen Spiele-Firmen selbst allerdings auch die Mod-Entwicklung, da sie eine vergleichsweise günstige Möglichkeit darstellen, das bereits fertiggestellte PC-Spiel zu ergänzen und somit für den Käufer noch attraktiver zu machen. Insbesondere veröffentlichen die Spieleentwicklungsfirmen spezielle Editoren und SDKs, um die Veränderung ihrer Spiele zu ermöglichen. Wird dies nicht getan, wird seitens der Mod-Entwickler vereinzelt auch auf Techniken des Reverse Engineering zurück gegriffen, um dennoch Einfluss auf das ursprüngliche Spiel nehmen zu können.

Vielen Mods ist es gelungen, weit über ihre Fangemeinde hinaus bekannt zu werden. Bekanntestes Beispiel dafür ist wohl Counter-Strike, das ursprünglich als eine Modifikation für das Spiel Half-Life entwickelt wurde, mittlerweile aber auch als eigenständiges Spiel erhältlich ist, sowie Tactical Ops auf der Unreal basis. Die Entwicklung eigenständiger Modifikationen hat sich jedoch erst in den letzten Jahren aus dem Untergrund hervorgetan. Die ersten Mod-Programmierer hatten oft juristische Probleme mit den Spiele-Herstellern, die gar nicht gerne sahen, was manche Hobby-Programmierer mit ihrer Software anstellten und so kam es mitunter zu Unterlassungsklagen. Das änderte sich erst mit Quake. Anstatt rechtliche Schritte einzuleiten, veröffentlichte id Software Scripts, Dokumente, Anleitungen, FAQs und später sogar teilweisen Quellcode des Spieles (mittlerweile komplett veröffentlicht), was der Mod-Community Ansporn genug war, die Entwicklung voranzutreiben, und den Bekanntheitsgrad des Spiels im Nachhinein nicht unbeträchtlich beeinflusste. Mittlerweile trifft man oft auf die Situation, dass Spiele-Hersteller bereits bei der Veröffentlichung ihrer Produkte den Kontakt zur Mod-Community suchen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Spiele der Unreal-Reihe von Epic Games. Von Anfang an bekam man mit dem Spiel den Editor mitgeliefert, um eigene Multiplayerkarten entwerfen zu können. Im Extremfall erfolgt die Veröffentlichung von Editoren zur Modifikation des Spiels sogar vor dem Erscheinen des Spiels selbst.

Für Konsolenspiele egal welcher Art gibt es kaum Mods, da hier die Möglichkeit der bei Modifikationen üblichen Distribution über das Internet aufgrund noch oft fehlender Festplatten oder Internetverbindungen nicht gegeben ist. Zudem benötigt die Entwicklung von Spielen auf Konsolen teure, lizenzierte Entwicklungsumgebungen, die für die Hobbyprogrammierer nicht erschwinglich sind.

Mods werden vor allem in den Spiele-Genres der Ego-Shooter und der Rollenspiele verwendet, aber auch Strategiespiele finden in letzter Zeit das Interesse der Modder.