Das Mainboard und Overcklocking
Die Hauptplatine (engl. PC motherboard, auch mainboard) ist der zentrale Teil eines Computers. Auf ihr sind die einzelnen Bauteile wie Hauptprozessor (CPU), Speicher, Firmware, Schnittstellen-Bausteine und Steckplätze für Erweiterungskarten montiert.
Die Hauptplatine enthält Steckplätze für den Prozessor, Speicherbausteine und Erweiterungskarten wie Grafik-, Sound- und Netzwerkkarten sowie eine Northbridge und eine Southbridge, die die Komponenten miteinander verbindet. Es ist jedoch auch möglich, dass diese Komponenten direkt auf dem Mainboard integriert („onboard“) sind. Dies kommt bei Sound- und Netzwerk„karten“ inzwischen häufig vor, bei Grafikkarten jedoch seltener und bei CPU und RAM nur sehr selten, und dann meist nur bei extrem klein gebauten Systemen oder Notebooks.
Zusätzlich findet man heute anders als früher die meisten Schnittstellen nicht auf Erweiterungskarten, sondern direkt auf der Hauptplatine – EIDE oder SATA zum Anschluss von Festplatten, CD-ROMs, DVD-ROMs und CD- bzw. DVD-Brenner, sowie USB oder FireWire zum Anschluss externer Komponenten wie Laufwerke, Drucker und Modem, Tastatur- und Mausanschluss. Immer weniger vorhanden sind Anschlüsse für die klassischen parallele („Centronics“) und serielle („RS-232“) Schnittstellen und den Gameport, die alle noch von IBMs Ur-PC stammen; auch die speziellen Anschlüsse für Tastatur und Maus werden zunehmend durch die Vielzweck-USB-Anschlüsse ersetzt.
Einige Chipsätze integrieren auch die Funktionen von weiteren ehemaligen Erweiterungskarten direkt auf die Hauptplatine; so gibt es zum Beispiel Chipsätze mit integrierter Grafik-, Sound- und/oder Netzwerkkarte, manchmal werden auch SCSI-Controller integriert.
Bauformen
Aktuelle Hauptplatinen im PC-Sektor sind meist im ATX-Format ausgeführt; ältere Formate sind das Baby-AT-Format oder das AT-Format.
Der Ablöser des ATX-Format soll das BTX-Format werden, durch das sich viele Computerhersteller leisere PCs versprechen, da es auf der Hauptplatine selbst keine Lüfter mehr geben wird. Vorgesehen sind zwei (große) Lüfter, die für die nötige Luftzirkulation sorgen sollen. Einer wird im Netzteil platziert, während der Andere die CPU und die Grafikkarte kühlt (dieser Lüfter wird am Gehäuse festgemacht sein und Kanäle werden die Luft zu den Komponenten leiten).
Als Mittelweg zwischen ATX und BTX gibt es zur Zeit MiniATX, dessen Gehäuse deutlich kleiner ausfallen als die der normalen ATX-Gehäuse. Je nach Größe kann sogar ein Standard-ATX-Mainboard eingebaut werden, wobei sich aber eher spezielle Mini-ATX-Mainboards empfehlen.
Alles in allem wird es aber noch einige Zeit dauern, bis das ATX-Format ausgedient hat. Leider sind BTX und ATX nicht kompatibel; deshalb wird für ein neues BTX-Computersystem auch eine neue Hauptplatine im BTX-Format benötigt (allerdings keine neuen Steckkarten, solange die neue Platine Unterstützung für die bisher verwendeten Karten bereitstellt).
Beschreibung eines Mainboards anhand eines Standard-ATX-Boards von MSI aus dem Jahr 2002.

1 CPU-Sockel
Hier Sockel A beziehungsweise Sockel 462 für AMD-CPUs wie Athlon XP, Duron und Sempron. (ZIF-Sockel)
2 Chipsatz
2.1: Northbridge VIA KT333 (unter Kühlkörper)
2.2: Southbridge VIA VT8235
3 RAM-Sockel
In die RAM-Sockel kommen die DIMM-Module für den Arbeitsspeicher.
4 AGP-Slot
Der AGP-Slot ist für die Grafikkarte. Wird seit 2005 schrittweise durch PCI-Express (x16-Schnittstelle) abgelöst, seit 2006 praktisch keine Neuentwicklungen mehr für AGP. Allerdings werden zur Zeit (Mitte 2006) einige moderne Grafikkarten (z.B. GeForce 7800GS oder Radeon X850) mit einem AGP-Brückenchip angeboten.
5 PCI-Slots
Fünf 32 Bit-PCI-Slots für Erweiterungskarten, wie zum Beispiel Netzwerkkarten, Soundkarten etc. Wird ebenfalls von PCI-Express abgelöst, allerdings ist der Marktanteil von PCI-Express Karten derzeit (Mitte 2006) außerhalb des Grafikkartenmarkts noch sehr gering. Auf heutigen Mainboards sind meistens dennoch PCI-Express x1- und x4-Schnittsellen zu finden.
6 CNR-Slot
CNR steht für Communication Network Riser und ist selten auf Hauptplatinen anzutreffen. In diesen Slot können zum Beispiel Modem-Karten hineingesteckt werden.
7 Soundchip
Dieser Chip ist für die Soundausgabe zuständig. Hier der sehr oft verwendete Realtek ALC650 (AC'97).
8 Super I/O-Chip
Dieser Baustein ist zuständig für UART-Ports (serielle Schnittstellen), LPT-Port, PS/2-Ports und Hardware-Monitoring.
9 BIOS-Chip
In diesem FLASH-ROM ist das BIOS enthalten.
10 ATX-Anschluss
Anschluss für ATX-Netzteile (Stromversorgung). Achtung: Hier ist noch eine alte Schnittstelle mit 20 Pins zu sehen, mittlerweile ist der ATX 2.2-Standard mit 24 Pins üblich.
11 Floppy-Anschluss
Anschluss für Diskettenlaufwerke.
12 P-ATA-Anschlüsse
Zwei P-ATA-Anschlüsse für ATA-Geräte wie Festplatten oder CD-Laufwerke. Auf neueren Hauptplatinen findet man zusätzlich S-ATA-Anschlüsse für Festplatten.
13 Diverse Anschlüsse
Die Anschlüsse für Standby-Knopf, Reset-Taster, Power-LED, HDD-LED.
Overclocking des Mainboards