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Komponenten der Wakü

Kühlkörper

Die Kühlkörper funktionieren nach dem Wärmetauscherprinzip. Diese werden aus Aluminium bzw. meist aus hochreinem Kupfer gefertigt und gelegentlich vernickelt, versilbert oder sogar vergoldet. Es gibt auch Kühlkörper aus massivem Silber, welches den höchsten Wärmeleitwert der genannten Metalle besitzt, jedoch sehr teuer ist und sehr leicht korridiert. Die Unterseite ist meist hochglanzpoliert um den Eindruck zu erwecken die Fläche sei absolut plan. Dies ist aber ein Trugschluss, da auch eine wellige, konvexe bzw. konkarve Fläche auf Hochglanz poliert werden kann. Desweiteren verbessert eine Hochglanzpolietur nicht die Wärmeleitung zwischen der CPU-Oberfläche und dem Kühler. Eine Hochglanzpolietur ist daher nicht notwendig. Während die ersten Kühlkörper im Inneren einfach ein simples Rohr, evtl. in U-Form enthielten, wurde der Aufbau der Kühlkörper mit der Zeit immer ausgefeilter, um eine möglichst große Kontaktfläche zum durchfließenden Wasser zu bieten. Inzwischen gibt es Systeme mit feinen Kanälen, Nadeln oder sogar einer Wabenstruktur (Düsenkühler), somit wird die Wasseroberfläche und Strömungsgeschwindigkeit an dieser Stelle um ein vielfaches erhöht um den Wärmeübergang zu maximieren. Bei der Anschaffung des CPU-Kühlkörpers ist zu beachten, dass die verschiedenen Hauptprozessoren unterschiedliche Befestigungssysteme besitzen und die Kühler- und Schlauchbefestigung hierzu passend gewählt werden muss. Um Korrosion zu vermeiden, welche den Wärmeübergang sehr herabsetzt wird ein antikorrosives Mittel dem Kühlmedium zugesetzt.

Pumpe

Als Pumpen werden hochwertige Aquarienpumpen z.B. von Eheim oder Hydor-Seltz und seit neuerem auch spezielle, hochleistungsfähige Pumpen von Laing eingesetzt, die dauerbetriebsfähig und sehr leise sind. Während die Pumpen früher noch eine eigene 230V-Versorgung benötigten und getrennt vom Rechner eingeschaltet werden mussten (hier besteht die Gefahr, das Einschalten der Pumpe zu vergessen..), gibt es inzwischen auch vom Netzteil des Rechners abhängige Steuereinheiten und direkt am Netzteil anzuschließende 12V-Pumpen. Bei der Anschaffung einer Pumpe ist nicht nur die Fördermenge (Liter pro Stunde), sondern auch die maximale Förderhöhe ein wichtiges Kriterium, da diese eher Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit der Pumpe zulässt, denn die Pumpe muss den Durchfluss-Widerstand des gesamten Kühlkreislaufs überwinden, der unter anderem von Schlauchdurchmessern, Winkeln und Aufbau von Kühlkörper und Radiator bestimmt wird. Höhenunterschiede im Kühlsystem sind nur bei einem offenen System durch die Pumpe zu überwinden. Bei geschlossenen Systemen wird das Wasser lediglich umgewälzt.

Ausgleichsbehälter

Der Ausgleichsbehälter dient heute vor allem der einfachen Befüllung und Entlüftung der Wakü und nicht mehr in erster Linie als Wasserreservoir und Wärmepuffer. Er ist meist aus Plexiglas oder Aluminium und inzwischen in schicken (und teuren) Varianten erhältlich, in denen man zum Beispiel das Wasser durch ein Bullauge sehen kann, oder in denen das Wasser mit Leuchtdioden illuminiert wird, was zum Teil noch durch leuchtende Wasserzusätze (oft giftgrün) unterstützt wird.

Radiator

Die Radiatoren bestehen in der Regel aus einer Kupferrohrschlange, die Kontakt mit vielen dünnen Metalllamellen hat, oder feinen Wasserkanälen, zwischen denen dünne Metallstege befestigt sind. Die zweite Variante ist aufgrund der größeren Kühloberfläche die leistungsfähigere, aber auch teurere. Bei der Auswahl des Radiators muss berücksichtigt werden, wieviel Wärme die zu kühlenden Rechnerkomponenten maximal erzeugen können: Diese Wärme (üblicherweise in Watt gemessen) muss der Radiator abgeben können. Es hat also keinen Sinn, einen P4 @ 3,6 GHz und eine Geforce 6800 Ultra mit einem 125W-Passivradiator kühlen zu wollen.

Auf die heutigen Radiatoren passen 120mm-Lüfter, die aufgrund ihrer Größe relativ langsam drehen können, um den erforderlichen Luftstrom zu erzeugen. Lüfter der Herstellers ebm-papst sind hier die Referenz, aber die Anzahl der Anbieter hochwertiger, leiser und langlebiger 120mm-Lüfter nimmt zu.

Schläuche und Anschlüsse

Schlauch und Anschlüsse muss man eigentlich zusammen betrachten, denn nicht jede Anschlussart ist für jeden Schlauch geeignet (und umgekehrt).

Schlauchdimensionen werden anwendungsspezifisch als "Steckdurchmesser*Wandstärke" angegeben. Die zweite Durchmesserangabe (je nach System also Innen- bzw. Aussendurchmesser) berechnet sich aus Addition (ESV-System) oder Subtraktion (Stecksystem) der doppelten Wandstärke vom Nenndurchmesser.

Das gängigste Anschluss-System sind die sogenannten ESV-Anschlüsse(Einschraubverschraubung): Hier wird der Schlauch aufgesteckt und von einer Überwurfmutter festgehalten. Die verwendeten Schläuche sind, abhängig von der Auslegung des Systems, meist mit 1 mm Wandstärke gefertigt. Die Mindestverlegeradien betragen je nach Schlauch ca. 40mm bis 60mm. Die ESV-Anschlüsse sind meist aus Metall (MS-Ni)und recht klein, sehen deshalb recht edel aus und tragen kaum auf. Dazu sind sie mit ca. 1 Euro pro Verbinder recht preisgünstig.
Pneumatik- und Festo QS-Anschlüsse

Alternativ gibt es Steckverbinder-Systeme. Im Grunde stammt dieses System ebenfalls aus dem Pneumatik-Bereich. Neben dem Quick Star-System von Festo kommt auch ein konstruktiv äquivalentes System von Legris zum Einsatz. Diese Anschlüsse sind deutlich größer als Pneumatik-Anschlüsse und benötigen speziellen, dickwandigeren und damit sehr biegefesten Schlauch, der auch höhere Verlegeradien 60mm...80mm erfordert. Hier wird der Schlauch einfach in den Anschluss eingesteckt, von Metallklammern festgehalten und mit einem Gummiring abgedichtet. Um die Verbindung zu lösen, wird ein außen angebrachter Ring in den Anschluss hineingedrückt und presst die Halteklammern auseinander. Probleme entstehen bei Unterschreitung der Mindest- Biegeradien, wenn der Schlauch schräg im Anschluss sitzt oder sich leicht zu einem ovalen Querschnitt verformt. In diesem Fall ist er nicht dicht. Im Zweifelsfall kommt man um Winkelverbinder deshalb ebenfalls nicht herum. Außerdem müssen die Schläuche möglichst gerade abgeschnitten werden. Die Anschlüsse sind dazu recht teuer und kosten ab 2,50 bis über 5 Euro. Beachten sollte man auch, dass es zwei verschiedene Gewindetypen gibt: Konisch mit Teflon-Dichtung (Bezeichnung z.B. R1/4") und gerade mit Gummidichtung (Bezeichnung z.B. G1/4"). Die erste Variante mit konischem Gewinde (R-Gewinde) eignet sich nicht bei direkter Verschraubung mit Kunststoff und Plexiglas, da die Abdichtung im Gewinde erfolgt und die auftretenden Kräfte bei der Montage zur Beschädigung des Kühlers führen können. Die zylindrische Ausführung ist dagegen problemlos überall einsetzber.

Schlauchtüllen werden außer als Verbinder kaum eingesetzt und haben gegenüber den vorgenannten Systemen eigentlich nur Nachteile, vor allem die größere Gefahr von Leckagen bei unachtsamem Einbau.

Unter dem Strich sind die ESV-Anschlüsse in der Praxis recht problemlos zu handhaben. Montagefehler können konstruktionsbedingt kaum auftreten. Auch bei häufiger Demontage ist dieses System sicher zu handhaben. Steckverbinder-Systeme haben neben dem Nachteil der notwendigen größeren Biegeradien auch noch den Nachteil, dass die notwendigen starren Schläuche höhere Kräfte auf die Komponenten bringen, was bei VGA-Karten z.B. zu Kontaktproblemen führen kann. Nach der Demontage sollten die verwendeten Schläuche eingekürzt oder ausgetauscht werden, da die Metallklammern der Halterung bei unvorsichtiger Demontage Kratzer auf dem Schlauch verursachen können, welche bei Neumontage zu Leckagen führen könnten.

Die Angaben der Anschlüsse beziehen sich immer auf den Steckdurchmesser:

ESV-System: Gewinde/Innendurchmesser/Wandstärke also z.B.: G1/4" - 8*1 Schlauch hat hier die Maße 8mm innen und 10mm außen

Steckverbinder-Systeme: Gewinde/Aussendurchmesser/Wandstärke also z.B.: G1/4" 10*1 Schlauch hat Maße 8mm innen und 10mm außen (trotz der anderen Angabe also die selben Schläuche)

Es gibt auch die Bezeichnung 8/6 für Schläuche mit 8mm Aussen- und 6mm Innendurchmesser, entsprechend auch 10/8. Für diese Schläuche gibt es zusätzlich noch die Bezeichnung 8x1. Wegen der Verwechslungsgefahr mit 8*1-Schläuchen, die 10mm Aussen- und 8mm Innendurchmesser haben, muss vor allem bei der Verwendung von Schläuchen und Anschlüssen von mehr als einem Hersteller genau darauf geachtet werden, welche Größen gemeint sind.